Allmen und Herr Weynfeldt
Martin Suter, 2024
Sie müssen ja wissen, dass ich ein Fan bin. Ich habe alle Allmen-Bücher gelesen. Als Vorbereitung auf dieses Buch habe ich auch „Der letzte Weynfeldt” gelesen. Und als es danach immer noch nicht als Taschenbuch verfügbar war, habe ich als Lückenfüller „Die dunkle Seite des Mondes” gelesen. Jetzt war es aber so weit. Dem Auktionär Weynfeldt ist ein Kunstwerk abhandengekommen. In Johann Friedrich von Allmen findet er einen Bruder im Geiste, mit dem er sich wenig überraschend bestens versteht. Was folgt, ist das literarische Äquivalent einer unbedeutenden Landschaftsmalerei, in der man die zwei bekannten Gruppen des Adrian Weynfeldt, die man schon aus dem Roman kennt, der seinen Namen trägt, aus der Perspektive Allmens neu erzählt bekommt. Dessen Perspektive ist allerdings nicht aufregend anders als die seines Gegenübers. Das plätschert dann so dahin, bis Martin Suter offenbar die Längenvorgabe des Verlags erfüllt hatte. Dann war es jemand, der mit all dem nichts zu tun hatte. Ein Spannungsbogen, der in einen Halbsatz passen würde, auf 200 Seiten ausgedehnt durch die Feder eines Meisters seiner Kunst. Das bleibt wahr.

Konstantin