Das Buch lässt genauso stark nach, wie es anfängt. Er beginnt mit einer
pointierten und gelungenen Beschreibung des inneren Widerstands, den jeder
Schaffende unweigerlich in sich spürt. Im Englischen muss Steven Pressfield
lange darum ringen, das richtige Wort zu finden, die richtige Nomenklatur, einen
Terminus Technikus. Er wählt den antiklimaktischen Begriff Resistance. Dort,
wo die deutsche Zunge klingt, tun wir uns damit freilich leichter, wir wissen:
Steven Pressfield spricht vom
Schweinehund.1Seine Strategien für den Kampf gegen ebenjenes Biest, von dem wir alle unsere
eigene Version in uns tragen (der Verfasser dieser Zeilen leidet unter einem
besonders Ehrfurcht erbietenden Exemplar), sind simpel. Hinsetzen und machen.
Den Schweinehund ignorieren, ihn missachten, immer das genaue Gegenteil von dem
tun, zu dem er uns zu überreden versucht.Im letzten Drittel driftet er dann leider in eine mystische, spirituelle, fast
schon okkulte Richtung ab, die etwas befremdlich wirkt. Sie passt nicht. Andere
Autoren (er selbst ist ja eigentlich Romanautor, berühmtestes Werk: Die Legende
von Bagger Vance) hätten sich hier vermutlich wissenschaftliche Quellen
recherchiert, vielleicht Experteninterviews geführt, aber das ist wohl nicht das
Metier eines Novellisten und so füllt er das entstandene Loch in seinem Kampfruf
mit Engeln, Musen und Göttern.