Offenbar gibt es da so ein Genre, von dem ich nicht wusste, dass es so eines
ist, in denen nicht die handlenden Personen im Mittelpunkt stehen, sondern die
Zeit in der sie leben und die historischen Ereignisse, die sie verbinden.
Manchmal geographisch, manchmal ideologisch, manchmal kausal. Dabei gehört
das erste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe, da irgendwie auch dazu.So stellt dieses Buch zunächst die Jahre vor 1940 in ihren Nebenrollen vor. Sie
mit Ihren wirren Vorstellungen von einer besseren ZukunftIch habe das Gefühl, dass es in den 20ern und 30ern eine Menge solcher Leute
gab, die sich für die Zukunft der Menschheit verantwortlich fühlten. Und das
nicht nur in Deutschland. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum ich mich
mit dieser Zeit so schwer tue. Es ist mir zu viel Utopie und zu wenig
Realität. , sie mit ihrem
gekränkten Stolz, ihren falschen Eitelkeiten und ihren Identitätskrisen. Der
Lichtpegel der Erzählung bleibt schlussendlich auf der europäischen
Künstleravantgarde rasten.Genauer: Auf dem in New York ins Leben gerufenen Emergency Rescue Committee
(ERC), das es sich zur Aufgabe gemacht hat, durch Hitler verfolgte Künstler
jeder Façon vor dem Monster zu retten, das Europa zu verschlingen versuchte.
Darunter die Brüder Thomas und Bernhard Mann, Max Ernst, André Breton, Marc
Chagall und Hannah Arendt.