Während ich an Walter Isaacsons Da Vinci Biographie laboriere, musste zur
Auflockerung ein leichteres Buch her. Leicht. Leicht bezieht sich in diesem Fall
tatsächlich auf das Gewicht. Ich verbringe derzeit nämlich den Großteil meiner
Lesezeit auf dem Rücken liegend, während mein Sohn neben oder auf mir turnt und
tollpatschige Gehversuche unternimmt. Isaacsons Wälzer ließt sich in dieser
Position nur sehr unangenehm. Da liegt so ein Taschenbuch schon besser in der
Hand.Aber auch inhaltlich macht man mit so einem Martin Suter Roman eigentlich nie
etwas falsch. Laut Klappentext ist diese Geschichte eine neue Aufarbeitung des
Themas von Dr. Jekyll und Mr. Hyde, aber nachdem ich das Originalmaterial nur
aus der Populärkultur kenne, kann ich das nicht beurteilen. Fakt ist, dass sich
der Protagonist Urs Blank vom ausgeglichenen Karrieremenschen zum amoralischen
Tier entwickelt. Nach einem schlechten Pilztrip beginnt er in einen
Solipistischen Wahn abzudriften.
Schlussendlich macht ihn dieser zu einem mehrfachen, reuelosen Mörder auf einer
Mission, die Effekte des schlechten Trips via eines guten Trips umzuwenden. Dazu
beginnt er im Wald zu leben.